Artikel: “Der Zufall ist ein guter Meister” über Erwin Klasen


07.08.2005

Artikel: “Der Zufall ist ein guter Meister” über Erwin Klasen

HEILIGKREUZ. Menschen, Menschen, Menschen – Erwin Klasen muss ein Menschenfreund sein, denn der Mensch ist sein liebstes Motiv. In Schwarzweiß weiß er Gesichter und Situationen perfekt in Szene zu setzen. Ob im Studio oder auf den Straßen einer Stadt – fotografieren lässt es sich überall. Klasen wird überall fündig.

Von unserer Mitarbeiterin
CORDULA FISCHER

Oft komponiert der Zufall die Bilder, die Erwin Klasen mit seinen Kameras festhält. Es sind die kleinen Begebenheiten des Alltags, ein Blick, eine Geste, ein unbedachter und unbeobachteter Moment – das ist der Fundus für den 61-Jährigen. Mit einem Wald- und Wiesen-Hobby-Fotograf ist Klasen keineswegs zu vergleichen. Seine Fotografien haben Substanz und zeigen das wahre Leben, ganz ungeschminkt und echt, und trotz des Meisters Zufall, der das seine dazu tut, sind sie immer wohl komponiert.

Dass sich Erwin Klasen auf die Schwarzweiß-Fotografie beschränkt, kommt wohl nicht von ungefähr. Reduziert auf Schwarz, Weiß und verschiedene Graustufen könne er sich auf das Motiv konzentrieren und durch die Nivellierung der Farben mehr zeigen. Beim Farbbild gäbe es zu viel Durcheinander, meint Klasen. Wenn er mit seinen – natürlich analogen – Kameras unterwegs ist und auf den Auslöser drückt, “denke ich nur in Schwarzweiß”.

Bei seinen Bildern hat er darüber hinaus mehr Gestaltungsmöglichkeiten. “Da kann man viel Kreativität einsetzen. Schon bei der Belichtung mache ich viel”, sagt er. Im eigenen Fotolabor bearbeitet er noch einmal, was ihm vor die Linse gekommen ist. Sein Archiv enthält ungezählte Augenblicke, die er bei Veranstaltungen in Trier oder auf seinen Reisen – Metz, Berlin, die Bretagne und vor allem New York als Schmelztiegel der Kulturen – eingefangen hat.

Begonnen hat Erwin Klasen, wie viele anfangen zu fotografieren: Die Geburt seiner Kinder Pia (1969) und Dirk (1970) war Auslöser für eine Leidenschaft, mit der er heute “immer mehr Zeit” verbringt. “Der Tag könnte gerne 28 Stunden oder mehr haben”, sagt Erwin Klasen.

Langeweile ist dem Privatier fremd. Allein im vergangenen Jahr zeigte Klasen seine Bilder bei mehreren Ausstellung. Dazu organisiert er noch für andere Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft, mittlerweile sind es 75, Ausstellungen, aber auch die kreativen Fotoreisen. Vorträge von namhaften Fotografen stehen ebenfalls auf dem übervollen Terminplan des 61-Jährigen, der sein erarbeitetes Wissen auch an Anfänger und Kollegen weitergibt.

Die Bekanntschaft mit Walter Schels, der “alles, was Rang und Namen hat”, porträtiert hat, hat Klasen fasziniert. Dessen Charakterstudien und “seine Laborarbeit” hätten ihn persönlich sehr beeindruckt, berichtet er. Darüber hinaus sei Schels einfach ein “Typ”. Zu Klasens Vorbildern, wenn es die denn geben sollte, gehören aber auch Fotografen, die in den 30er- und 40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gearbeitet haben, wie etwa Dorothea Lange.

Da Untätigkeit und Stillstand Fremdwörter für Erwin Klasen sind, hat er ein neues Projekt ersonnen, das er in den nächsten Monaten umsetzen will. Für die Porträt-Arbeiten im Studio der Fotografischen Gesellschaft ist er auf der Suche nach Modellen, Paaren, gleich welcher Konstellation, die sich professionell und gekonnt, aber auf andere Art, ins rechte Licht setzen lassen wollen.

Ob Mutter und Tochter, Oma und Opa, Freunde, Lebenspartner, Kollegen – den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt, auch das Alter spielt keine Rolle. Denn auch ältere Gesichter können interessant sein und ein ganzes Leben erzählen, sagt Klasen. Wichtig sei es nur, dass die zwei Menschen in einer Beziehung zueinander stehen, denn Klasen will sie auf seinen Fotos auf seine Art in Beziehung zueinander setzen.

Weitere Informationen auf der Homepage der Fotografischen Gesellschaft:
www.foto-trier.de

Immer die Kamera im Anschlag: Erwin Klasen ist pausenlos auf der Suche nach neuen Fotomotiven. Zu seinen liebsten gehört Enkelsohn Nick Didion.
Foto: Cordula Fischer

© Intrinet 2005. Alle Rechte vorbehalten.

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